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Fachwerkhaus Lange Straße 23

Die Schmuckmotive in der Fassade, die neben allerlei Seetiermotiven auch den Narwal (= Meereseinhorn) zeigen lassen in Verbindung mit dem renaissancezeitlichen "Klötzchenfries" auf eine Bauzeit in der frühen zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts schließen. Auf der Schwelle des 1. Obergeschosses ist folgende Inschrift zu lesen:
PSALM XXXVII BEFIEHL DEM HERRN DEINE WEGE VND HOFFE AVFF IHN ER WIRDS WOL MACHEN / FIDE SED CVI FIDE (Trau, schau, wem).
Die 574 Häuserspuren der Stadt Hannoversch Münden (www.mundenia.de)‎, geben darüber Auskunft, dass bis 1770 die Eigentümer dem Frucht-, Linnen, Bremer Handel und der Faktorei, also einer Warenproduktion nachgingen, danach waren die Eigentümer für 100 Jahre Mediziner (Arzt, Medicinalrath, Dr. Med. ). Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist das Haus im Besitz der Kaufleute Beyer, die bis in die frühen 1990er Jahre dort ein Bekleidungsgeschäft betrieben haben. Außerordentlich prägend für das Gebäude ist die 1950iger Umbauphase im Erd- und 1. Obergeschoß mit der durchlaufenden, vor dem Fachwerk angeordneten Befensterung, die für dieses Gebäude Denkmalwert besitzt und auch in der derzeitigen Renovierung glücklicherweise erhalten werden soll. Dieses Fensterelement ist das einzige in der Altstadt noch erhaltene "großstädtische Architekturdetail der 50er Jahre" des damals bedeutenden Modehauses Beyer. Es zeigt, welchen Aufschwung und welchen gesellschaftlichen/repräsentativen Stellenwert insbesondere der Textileinzelhandel in Bezug auf modernes Leben (dem sogar die geschlossene barocke Fachwerkarchitektur eines fast 300 Jahren alten Hauses geopfert wurde) in dieser Zeit hatte.
 
 
Ausstellende:

Franziska Jänisch
Olaf Kock
Sabine Lenz


Abendveranstaltung: um 19.15 Uhr

30.09.2013  dogs run free

 

 

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