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Postscheune

Woher kommt der Name die Postscheune?
 
Dieser Begriff ist vielen „alten“ Mündenern vertraut und es spricht alles dafür, dass die heutige „Postscheune“ tatsächlich lange Zeit eine Scheune für Postkutschen und Pferde war. So schreibt Karl Brethauer: „1691 wird der fürstliche Postmeister Carl Hinüber Bürger in Hann. Münden… Er baute dann auf einem Trümmergrundstück (Explosion des Pulverturmes 1626) das Haus Ecke Aegidiiplatz/Wallstrasse als Posthaus. Postmeister Eberhard Christian Hinüber (1737-1755) trug wie seine beiden bei ihm beschäftigten Söhne einen Degen.
 
Es gab einmal wöchentlich, ab dem Jahr 1737 zweimal fahrende Post von Kassel beziehungsweise Bremen über Münden. Seit 1774 hatten die Postkutschen ein Verdeck! …1842 – 56 verkehrten täglich eine Personen-, eine Pack- und eine Reitpost zwischen Hannover und Kassel sowie eine Post nach Witzenhausen; diese noch bis 1872. (Auszug aus Brethauer, Karl; Münden I, Seite 33 Die Post in Hann. Münden) Laut Flurnummer gehörte die Postscheune zum Haus Lange Straße 95. Hier wird im Jahr 1730 der Postmeister Carl Hinüber als Eigentümer des Hauses genannt (Wegner, Rudolf; 574 Häuserspuren).
Ihm folgten als Eigentümer unter anderem sein Sohn Eberhard Hinüber, Johann Ludolph (Postmeister bis 1788), Posthalter Heinrich Marloh (1830) bis hin zu Posthalter Karl Dörnte. Bis heute gehört der ganz linke Teil der Postscheune immer noch zum Haus Lange Straße 95.
 
Eine Altersbestimmung der tragenden Balken des mittleren Gebäudes (Axel Demandt) hat als Jahr des Fällens der Bäume das Jahr 1696 ergeben. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Carl Hinüber dieses Gebäude vielleicht im Jahr 1697 im Zusammenhang mit dem Bau seiner Post baute. Das beschriebene Eckhaus Aegidiiplatz/Wallstraße brannte 1878 ab – hier errichtete Karl Dörnte dann das heutige Gebäude. Die ältere Postscheune aber blieb erhalten. Die Ära der Postkutschen in Münden endete mit dem Bau der Eisenbahn. Am 13. März 1872 machte Postillion Utermöhlen die letzte Fahrt.
 
Seit 1933 bis 1953 befand sich im linken Teil des Gebäudes dieAutowerkstatt von Hans Vietor.
Ab zirka 1954/55 wurde die Postscheune als Werkstatt der FirmaW. Tauer genutzt.
Seit November 2012 erstrahlt das alte Gebäude in neuem Glanz als Standort der floralen Manufaktur von Inga Hansen und Blumen Kühn.
 
 
Ausstellende:
 
Uwe Schmidt
Regina Brix-Gerstenberg

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