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Stille Hunde - Reineke Fuchs

Von Johann Wolfgang Goethe,
vorgestellt von Stefan Dehler und Christoph Huber

Fuchs bleibt Fuchs, und Gänse wird er stehlen, solange er lebt. Das Offensichtliche dieser Tatsache versteht der schlaue Held der Geschichte aber auf wundersame Weise immer wieder zu verschleiern. So gut beherrscht er die Spielregeln der Gesellschaft, so gut kennt er sich aus im Zwischentierischen, so sehr ist er Meister der Lüge und Manipulation, dass er sich keine Sorgen um sein Wohlergehen zu machen braucht. Zwar häufen sich die Klagen seiner Neider und Opfer beim König der Tiere, aber stets finden sich auch gut bezahlte Anwälte, die seine Sache ins beste Licht zu rücken verstehen. Den Bogen scheint Reineke aber überspannt zu haben, als auf einer Versammlung der Tiere die Präsentation einer gemeuchelten Henne keinen Zweifel mehr am verbrecherischen Charakter des Fuchses offen lässt. Der Löwe sieht sich gezwungen, gegen Reineke vorzugehen. Die königlichen Abgesandten jedoch sind allesamt dem Beschuldigten nicht gewachsen. Mit immer neuen Kniffen und Tricks lässt die der Fuchs in Fallen tappen und entkommt. Am Ende hat er nicht nur seine Gegner überwunden, sondern steht dank Geist und Witz und einer gehörigen Portion Schamlosigkeit wieder im Range eines Ehrenmannes in höchstem Amt und Würden.

Die Erzählung vom Räuber und Betrüger Reineke und seiner Opfer geht auf mittelalterliche, lateinische und französische Quellen zurück. Große Bekannt- und Beliebtheit erzielte im deutschsprachigen Raum der Stoff in der Fassung von Johann Christoph Gottsched, eine Übersetzung aus dem Niederdeutschen. Das Buch regte Goethe 1793 zu einer pointierten Nacherzählung in Versen an, die bis heute durch ihre literarische Kunstfertigkeit als auch die satirische Schärfe fasziniert und amüsiert. Stefan Dehler und Christoph Huber stellen Ihre Interpretation von Goethes „unheiliger Weltbibel“ in einer rund eineinhalbstündigen szenischen Lesung vor.

Dienstag, 1. Oktober 2013, 19.00 Uhr

(Sponsor: Christina Hinzmann)

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